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Rituelles Spiel und Roy Hart Voice Work in Kleve – feat. Zwaantje de Vries

Eventdetails

  • Von: 2. October 2019
  • Bis: 6. October 2019
  • ab: 19:00 Uhr
  • bis: 14:00 Uhr

Adresse

  • Theater im Fluss
  • Germany
  • https://theaterimfluss.de/

„Der liebende, offene Mensch spielt ohne Grund, er freut sich weil er Freude ist. Er ahmt den Tanz der Vögel nach und spannt wie sie seine Flügel auf. Er ist erfüllt vom Geist des Windes, des strömenden Wassers, des wärmenden Feuers, der nährenden Erde“ [frei nach Kabir].

Um diese Art von Spiel geht es auch im rituellen Spiel: Nicht die Aneignung von Techniken stehen hier im Vordergrund, sondern das Freilegen der eigenen Impulse und Potentiale in Verbindung mit der Gruppe. Alles gilt, nichts ist nebensächlich, die Dualität von „richtig“ oder „falsch“ ist außer Kraft gesetzt.

Als Grundlage der Arbeit dient ein Mythos, ein Märchen oder ein dramatischer Text.

Die ganze Welt der Gefühle, Träume und Fantasien ist darin aufgehoben und zeigt sich als Quelle immer wieder neu entstehender Formen: Mal sind wir Mensch, mal Tier, mal Pflanze oder einfach Luft oder Feuer. In Gruppenimprovisationen mit Körper und Stimme, mit Rhythmus und Raum kommen wir ‚archetypischen‘ Motiven auf die Spur: Den ‚Urbildern der Seele‘ bzw. Inhalten aus dem ‚kollektiven Unbewussten‘ (nach C.G. Jung)… Nicht selten entstehen hierdurch Bilder und Zeichen von großer theatralischer Kraft und Wirksamkeit.

Rituelles Spiel ist eine besondere Form des Körpertheaters, bei der es keine Zuschauer gibt – alle spielen zur gleichen Zeit. Nach einer intensiven Körperarbeit und vielen Übungen zur Wahrnehmung, Begegnung und Improvisation kommen die SpielerInnen mehr und mehr in einen Zustand der Selbstvergessenheit, den viele seit ihrer Kindheit nicht mehr erlebt haben.

Die Wurzeln des rituellen Spiels liegen in der Arbeit von Jerzy Grotowski, dem Living Theatre und dem Off-Off-Broadway Theatre. Es eignet sich im Besonderen für SchauspielerInnen oder TänzerInnen, die ihr Ausdrucksspektrum erweitern wollen, die einem Thema, Text oder Mythos auf den Grund gehen wollen – als auch für alle anderen Menschen, die die Lebendigkeit und Wildheit des freien Spiels fasziniert und die tiefe Erfahrung des Eingebunden sein in etwas Größeres Ganzes suchen: Das rituelle Spiel hat auch eine spirituelle Dimension.

Und was ist Roy Hart Voice Work?

„Die Stimme ist der Muskel der Seele“ (Alfred Wolfsohn)

Die Stimmarbeit nach Roy Hart ist dem Rituellen Spiel verwandt. Auch wenn sich beide Ansätze in etwa der gleichen Zeit (den 60er und 70er Jahren) parallel voneinander entwickelt haben, eint sie doch der Glauben und die Erfahrung, daß Körper, Seele (bzw. unser Inneres) und Stimme eng miteinander verbunden sind und nach Ausdruck und Befreiung verlangen.

In dieser Blockwoche wird zum ersten Mal versucht, beide Ansätze zusammenzubringen. Was dabei herauskommen wird ist noch ungewiß, man darf aber sehr darauf gespannt sein.

Weitere Infos zur Roy Hart Voice Voice Work

Zwaantje de Vries lebt in Nijmegen (Niederlande)

Sie studierte Theater und Dansexpressie u.a. an der Theaterschule Amsterdam HKA und Kunst an der renommierten Rietveld Kunstakademie. Sie leitete über 20 Jahre in Hannover ihr eigenes Zentrum für Tanz und Theater „Am Kanal“. Kooperationen mit der Eisfabrik, der Theaterwerkstatt, Kampnagel Hamburg, den Universitäten Hannover und Hildesheim. In Nijmegen ist sie u.a. Gastdozentin an der Kunstakademie Arnhem Artez. In Frankreich unterrichtet sie am Roy Hart Theatre, Cevennes Frankreich und ist Dozentin für Stimme an der Theaterschule ‚De Trap‘ in Amsterdam. Sie ist Mitgründerin von „Pré-Poéten“ (Trio for improvised soundscapes, instruments and voices, words and poetry) und singt im bekannten ‚Genetic Choir‘ in Amsterdam, ein Chor für Instant Compositions.
Sie ist anerkannte Dozentin der Roy Hart Stimmarbeit (Einzel- und Gruppenunterricht)  und Performerin in Solo-Stücken sowie in interdisziplinären Team-Projekten. (Amsterdam, Paris, Berlin)

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Ort Theater im Fluss, Kleve, Ackerstraße 50-56

Zeiten Mittwoch 19.00-21.30 Uhr, Donnerstag bis Samstag 9.30-17.00 (inkl. Mittagspause) und Sonntag 09.30-15.00 Uhr (inkl. Mittagspause)

TN-Beitrag 250-390 Euro (nach Selbsteinschätzung)

Unterkunft

  • in angrenzenden Pensionen und Hotels ab 30,-/Nacht über booking.com (bald buchen, es ist schon vieles belegt!)
  • Airnbnb (ab 25,-/Nacht)

oder in den Räumen des Theaters auf Isomatten, gegen Spende (max. 5 Plätze)